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Interesse an Initiative auch außerhalb Hessens

Sozialminister Stefan Grüttner berichtet in der Hessishen Landesvertretung in Berlin über die Initiative. Foto: Yvonne Velten

Nach nur einem Jahr sind schon 50 Unternehmen und Organisationen dabei - für den Hessischen Familienminister Grüttner ein klares Anzeichen dafür, "dass wir mit der Aktion ein wichtiges Thema angepackt haben – für Unternehmen sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Dies betonte der Minister im Rahmen einer Podiumsdiskussion in der Hessischen Landesvertretung, zu der etwa 85 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik sowie von Verbänden und Stiftungen gekommen waren, um sich über die Hessische Initiative zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu informieren. Weitere Teilnehmer auf dem Podium waren Stefan Becker, Geschäftsführer der Berufundfamilie gGmbH, Fritz Müller, Vorstandsvorsitzender der AOK Hessen, Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse sowie als Moderatorin Dr. Cornelia Seitz, Leiterin Forschungsstelle beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. 

Thema kommt erst langsam in der Gesellschaft an

“Ich freue mich, dass sich so viele Unternehmen bereit erklärt haben, die Charta zu unterzeichnen und damit ein klares Signal aussenden, dass sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bspw. Angehörige pflegen, in dieser schweren Lebenssituation helfen möchten", erklärte Minister Grüttner. Anders als beim Thema Kinderbetreuung oder bezüglich der Frage von „Karrierebrüchen“ bei Frauen nach der Geburt eines Kindes komme die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf erst langsam in der Gesellschaft an. Dabei bringe gerade die Pflege Angehöriger enorme Belastungen für die Pflegenden mit sich und es gelte, mit einer großen Herausforderung umzugehen, so Grüttner weiter.

Weitere Interessenten wollen Charta unterzeichnen

Für eine weitere Unterzeichnung der Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege im kommenden Jahr haben sich bereits weitere Unternehmen und Organisationen angemeldet. Damit setzen die Arbeitgeber ein deutliches Signal dafür, dass Sie zur Enttabuisierung von Pflege und zur offenen Kommunikation über das Thema innerhalb des Betriebes beitragen möchten. Bereits 50 Unternehmen und Organisationen haben die Charta unterzeichnet, darunter sind große Arbeitgeber wie Krankenhäuser, Consulting-Unternehmen, kommunale Einrichtungen und Ämter, Hochschulen, Banken, Handels- und Industrieunternehmen, aber auch kleine und mittelständische Betriebe, Agenturen und Verlage.

Lösungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege werden für hessische Arbeitgeber zunehmend wichtig, denn in Hessen ist die Bereitschaft zur häuslichen Pflege sehr hoch: Fast 76 Prozent der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen zu Hause gepflegt. Viele der Pflegenden bleiben im gleichen Umfang wie zuvor erwerbstätig – und müssen ihren Verpflichtungen in der Pflege und am Arbeitsplatz gerecht werden. Entsprechend suchen immer mehr hessische Arbeitgeber Wege, um Ihren Beschäftigten konkrete Unterstützungsleistungen anzubieten. Diese offeriert die hessische Initiative u. a. in Form von Fachveranstaltungen, Kompetenztrainings sowie der Ausbildung zum betrieblichen Pflegeguide.