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Fraport_Michael Müller

Von flexibler Arbeitszeit bis hin zu individuellen Beratungen: Als verantwortungsvoller Arbeitgeber unterstützt Fraport die Beschäftigten seit vielen Jahren auch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Auch künftig wollen wir unsere Angebote in diesem Bereich weiter ausbauen.

Michael Müller
Vorstand Arbeitsdirektor

Fraport AG

Ort: Frankfurt
Branche: Airport-Business
Mitarbeiterzahl: ca. 78.000
Fraport

Fraport AG, Frankfurt

Die Fraport AG ist eines der führenden Unternehmen im Airport-Business weltweit. Sie betreibt mit dem Frankfurter Flughafen eines der bedeutendsten Luftverkehrsdrehkreuze. Mit insgesamt 78.000 Beschäftigten in 500 Firmen, davon alleine ca. 21.000 aus 70 verschiedenen Nationen bei Fraport, ist der Frankfurter Flughafen die größte lokale Arbeitsstätte Deutschlands.

Über Beteiligungen und Tochtergesellschaften ist die Fraport AG auf vier Kontinenten aktiv. Sie bietet dabei ein breites Dienstleistungsspektrum: sämtliche Services rund um den Flugbetrieb, Kompetenzen im Airport-Retailing und der Immobilienentwicklung.

Praxisbeispiel Arbeitszeit

Aufgrund der Aufgabenbandbreite der Fraport AG gibt es viele unterschiedliche Schichtarbeitsplätze. Allen ist jedoch gemeinsam, dass bei Pflegeaufgaben individuelle Lösungen passend für die Situation des Beschäftigten erarbeitet werden. Im Fracht- und Posttransport, in dem ausschließlich Männer arbeiten, besteht zum Beispiel die Möglichkeit, befristet oder dauerhaft in Teilzeit zu arbeiten oder von der Wechselschicht in die Tagschicht zu wechseln. In den Arbeitsteams können Schichtpläne mitgestaltet werden, z.B. die Rotationsgeschwindigkeit verändert oder Schichten bei Bedarf getauscht werden. Freistellungen oder die Familienpflegezeit können ebenfalls in Anspruch genommen werden. Die Pflegesituationen sind dabei unterschiedlich, neben „typischen“ Pflegeaufgaben geht es u.a. um Pflege von Eltern im Ausland oder psychische Erkrankungen in der Familie. Um die beste Lösung zu finden, werden Beschäftigte mit einem systematischen Bedarfscheck entlang der vorhandenen Möglichkeiten umfassend beraten, auch in Bezug auf die finanziellen Auswirkungen. Von den Maßnahmen profitiert das Unternehmen ebenfalls, weil durch die gemeinsame rechtzeitige und gute Planung der reibungslose Betriebsablauf gewährleistet wird.

Praxisbeispiel Führung

Wenn im Unternehmen konkrete Lösungsansätze für Beschäftigte, die Angehörige pflegen, gestaltet werden, sind viele Facetten zu beachten. Welche finanziellen Aspekte, welche gesetzlichen Ansprüche, welche betrieblichen Arbeitszeitregelungen sind zu berücksichtigen? Wie stellt sich die individuelle Situation von Pflegenden bezogen auf den Arbeitsalltag dar?

Um fachspezifisches Wissen zu vermitteln und den Austausch mit Experten zu ermöglichen, führte die Fraport AG gemeinsam mit versierten Kooperationspartnern, wie z.B. dem Frankfurter Verband für Altenpflege, dem Caritasverband, der Diakonie und weiteren, einen Infomarkt „Pflege“ für alle Personalreferentinnen und -referenten des Unternehmens durch.

Eine Nachmittagsveranstaltung mit parallelen 30-minütigen Vortragsreihen und Infoständen boten den entsprechenden Rahmen hierfür.

Die sehr positive Resonanz bestätigte nicht nur das gewählte Format, auch inhaltlich sehen sich die Personalreferentinnen und -referenten besser für ihre Betreuungs- und Beratungsaufgabe gerüstet. Es ist deshalb geplant, das Veranstaltungskonzept analog für Führungskräfte umzusetzen.

Praxisbeispiel Service für Pflegende

Bei einer Mitarbeiterbefragung im Jahr 2010 zeigte sich, dass sich jeder sechste Beschäftigte bei der Fraport AG mehr oder weniger intensiv um einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmert. Das Unternehmen unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege daher mit vielfältigen Maßnahmen. Zu nennen sind insbesondere flexible Arbeitszeitregelungen, umfangreiche Informationen und praktische Unterstützung in Zusammenarbeit mit der Caritas. Die individuelle Beratung erfolgt durch den internen Familienservice. Im Jahr 2012 nutzten 120 Beschäftigte diese Möglichkeit.

Über Pflege wird im Arbeitsalltag jedoch immer noch weniger als über Kinderbetreuung gesprochen. Für Betroffene entsteht dadurch oft der Eindruck, mit dem Problem alleine zu stehen. Andererseits ist die Bereitschaft vorhanden, Wissen und Erfahrungen an andere Pflegende weiterzugeben. Da Mitarbeiternetzwerke in der Unternehmenskultur der Fraport AG gut etabliert sind und um den hohen Stellenwert des Themas zu unterstreichen, wurde ergänzend zu den vorhanden Unterstützungsmaßnahmen das betriebliche „Netzwerk Pflege“ als Austauschplattform initiiert. Die Fraport AG stellt hierfür Räumlichkeiten in einem für alle Beschäftigten zugänglichen Unternehmensbereich zur Verfügung, kommuniziert das Angebot und bietet auf Wunsch inhaltliche Beiträge an. Zur Förderung des Bekanntheitsgrades konnten pflegende Beschäftigte als Multiplikatoren gewonnen werden. Mit dem Netzwerk erfahren Betroffene über die formellen Maßnahmen hinaus individuelle Hilfe und Stärkung.