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Betriebliche Berater mit Lotsenfunktion

Sabine Geller-Gunold, Mitarbeiterin Diversity Management der AOK Hessen, im Beratungsgespräch als Pflege-Guide. Foto: AOK Hessen

Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist für viele hessische Arbeitgeber längst nicht mehr nur ein theoretischer Begriff. Sie wollen ihre Beschäftigen auch ganz konkret beim Spagat zwischen Berufstätigkeit und Fürsorge für einen kranken Menschen unterstützen. Dies zeigt das deutliche Interesse an Schulungen zum Pflege-Guide, die im Rahmen von "Beruf und Pflege vereinbaren - die hessische Initiative" durchgeführt werden.

Hoch motiviert stellten sich 14 angehende Pflege-Guides auf der anderthalbwöchigen Schulung in Bad Homburg dieser Herausforderung. Mit Konzentration und Engagement eigneten sich Personalleiterinnen und -leiter sowie Betriebsräte Informationen und Grundlagen an. Neben der Aufgabe, die Betroffenen über betriebliche Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren und an außerbetriebliche Anlaufstellen des kommunalen Hilfenetzes weiter zu vermitteln, sollen sie das Thema im Unternehmen sichtbar machen und kommunizieren.

Besondere Rolle als Schnittstelle

„Begeistert hat mich, dass wir durch die Teilnehmenden aus unterschiedlichen betrieblichen Positionen das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln anschauen konnten und so ein gutes Gesamtbild bekommen haben", lobte Frau Hafensteiner von der FA WIWA Wilhelm Wagner GmBH Lahnau die Schulung.

Die Teilnehmenden erfuhren, wo Pflege-Guides aktiv werden und wo ihre besondere Rolle als Schnittstelle liegt. Hierzu betonte Lucie Perrot von berufundfamilie gGmbH - Eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie- Stiftung, dass Pflege-Guides keine Beratungs-, sondern eine Lotsenfunktion zukomme.

Betriebsspezifische Aufgaben

Ferner wurde deutlich, dass Pflege-Guides ihre Aufgaben betriebsspezifisch ausfüllen müssen. „Es geht nicht um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, sondern um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.“ Damit unterstrich die Trainerin Stefanie Steinfeld von ElderCare-Steinfeld noch einmal, „dass das Thema individuelle Lösungen braucht, also je nach Person, aber auch nach Bedarf des Unternehmens“.

Frau Reichhardt von der FA Hess Natur prägte zum Abschluss ein schönes Bild für die neuen Pflege-Guides: „Wir haben jetzt praktisch die olympische Fackel in die Hand bekommen, die wir in die Unternehmen tragen können.“ Und die werden sie auch in das kommende Jahr hinein tragen: Das erste Netzwerktreffen der Pflege-Guides findet am 13. März 2015 bei der Taunus Sparkasse statt (siehe Termine).