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25.2.2015

Aufruf zu familienbewusster Unternehmenspolitik

Pflege von Angehörigen muss in der Arbeitswelt akzeptiert werden – Hessens Sozialminister Stefan Grüttner stellt bundesweit einmalige Charta vor Wiesbaden/ Berlin. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist eine Aufgabe, die die Pflegebedürftigen, die pflegenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Staat und die Unternehmen betreffen und die nur gemeinsam zu lösen ist. Unternehmen, die sich den Auswirkungen des demographischen Wandels stellen und sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege engagieren, übernehmen gesellschaftliche Verantwortung“, erklärte Hessens Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, heute in Berlin anlässlich der DIA – Lounge, einer Veranstaltung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge zum Thema: „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege – wie lässt sich die Doppelbelastung besser schultern? In Hessen ist das Engagement der Arbeitgeber für eine Vereinbarkeit von Beruf und Pflege groß. Ein Indiz dafür ist der große Zuspruch zur hessischen Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“. Der bislang bundesweit einmaligen Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sind bereits 51 Arbeitgeber, die sich zu einer pflegesensiblen Personalpolitik bekennen, beigetreten. „Damit setzen die Arbeitgeber ein deutliches Signal dafür, dass Sie zur Enttabuisierung von Pflege und zur offenen Kommunikation über das Thema innerhalb des Betriebes beitragen möchten“, betonte Minister Grüttner. Lösungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sind für hessische Arbeitgeber zunehmend wichtig, denn in Hessen ist die Bereitschaft zur häuslichen Pflege sehr hoch: 71 % der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen zu Hause gepflegt. Viele der Pflegenden bleiben im gleichen Umfang wie zuvor erwerbstätig – und müssen ihren Verpflichtungen in der Pflege und am Arbeitsplatz gerecht werden. Entsprechend hat die Hessische Landesregierung die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in den Fokus gestellt und fördert Maßnahmen, die pflegende Angehörige entlasten sollen. Gleichzeitig suchen immer mehr hessische Arbeitgeber Wege, um ihren Beschäftigten konkrete Unterstützungsleistungen anzubieten. Diese offeriert die hessische Initiative u. a. in Form von Fachveranstaltungen, Kompetenztrainings sowie die Ausbildung zum betrieblichen Pflegeguide.